Institut · Nha Trang
Institut für Ozeanographie
Viện Hải dương học
Das Institut für Ozeanographie (Viện Hải dương học) ist ein meereskundliches Forschungsinstitut in der Straße 1 Cầu Đá im Stadtbezirk Nha Trang, Provinz Khanh Hoa, Vietnam[1], bei etwa 12.2076 N, 109.2147 E[5]. Es ist eine der ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes, gegründet am 14. September 1922 als Service océanographique des pêches de l'Indochine[2][3], und untersteht heute der Vietnamesischen Akademie für Wissenschaft und Technologie[1][4].
Seinen heutigen Namen erhielt das Institut durch den Beschluss 23/KHCNQG-QĐ vom 19. Juni 1993[1]. Es gliedert sich in neun Fachabteilungen, zwei Verwaltungsabteilungen, drei Messstationen in Nha Trang, Can Gio und Kien Giang sowie das Ozeanographische Museum, mit 154 Beschäftigten, darunter zwei Professoren, drei außerordentliche Professoren, 32 Promovierte, 55 Inhaber eines Masterabschlusses und 42 Ingenieure und Hochschulabsolventen[1].
Das Museum verwahrt etwa 23,000 Belegexemplare von rund 5,000 Arten auf etwa 5,000 m² Ausstellungs- und Magazinfläche, dazu Becken mit mehr als 300 lebenden Meeresarten[1]. Das Institut bezeichnet sie als die größte Sammlung marinen Erbes in Vietnam[1].
Gründung unter französischer Herrschaft
Das Institut wurde am 14. September 1922 als Service océanographique des pêches de l'Indochine geschaffen, der Dienst für Fischereiozeanographie von Französisch-Indochina[2][3]. Die englische Darstellung schreibt den Vorschlag Alexandre Yersin zu, der damals bereits das Pasteur Institute in Nha Trang leitete, und nennt A. Krempf als ersten Direktor[4]. Die Quellen weichen beim Datum der Erhebung zum vollwertigen Institut voneinander ab: der vietnamesische Artikel gibt 1930 für die Umbenennung in Viện Hải dương học Đông Dương an[3], während der englische Artikel 1929 nennt[4].
1952 wurde die Einrichtung in Hải học viện Nha Trang umbenannt, das Institut Océanographique de Nha Trang, und die französische Regierung übergab sie 1954 der südvietnamesischen Verwaltung[3]. Während der Kriegsjahre bildete sie Meeresforscher aus, vermaß die küstennahen Gewässer und die nahe gelegenen Inseln und beteiligte sich an internationalen Arbeiten: an der NAGA-Untersuchung des Golfs von Thailand und der südvietnamesischen Gewässer gemeinsam mit der Scripps Institution of Oceanography an Bord der Stranger 1959 und 1960 sowie an der Cooperative Study of the Kuroshio von 1965 bis 1977[3].
Neuordnung nach 1975
Nach der Wiedervereinigung wurde das Institut in Nha Trang mit dem Meeresforschungsinstitut in Hai Phong zusammengelegt, das aus einer Vermessungsgruppe für den Golf von Tonkin von 1959 und einer Meeresstation in Hai Phong von 1961 hervorgegangen war[3]. Ab 1993 trug die vereinigte Einrichtung den Namen Institut für Ozeanographie, mit Hauptsitz in Nha Trang und Außenstellen in Hanoi und Hai Phong[2][3].
2001 wurden die beiden Außenstellen als eigenständige Institute abgetrennt, das Institut für Meeresgeologie und Meeresgeophysik in Hanoi und das Institut für Meeresumwelt und Meeresressourcen in Hai Phong, alle drei unter der heutigen Vietnamesischen Akademie für Wissenschaft und Technologie[2][3].
Das Ozeanographische Museum
Das Museum ist Teil des Instituts und keine eigene Einrichtung; seit den 1930er Jahren war es als Aquarium des ozeanographischen Instituts von Nha Trang bekannt[3]. In seiner heutigen Form verbindet es Becken, die der Forschung, der Ausstellung und der Bildungsarbeit dienen, mit dem Magazin konservierter Meeresbelege[3].
Die Angaben zur Sammlung weichen je nach Quelle voneinander ab. Die Website des Instituts selbst nennt etwa 23,000 Belegexemplare von etwa 5,000 Arten und mehr als 300 lebende Arten in den Becken[1]. Die Vietnamesische Akademie für Wissenschaft und Technologie nannte zum hundertjährigen Bestehen 2022 Zehntausende Belegexemplare von mehr als 6,000 Meeresarten sowie Tausende lebende Tiere von 400 Arten[2]. Die vietnamesische Wikipedia gibt mehr als 24,000 Belegexemplare von mehr als 4,000 Arten an[3], und der englische Artikel nennt mehr als 24,000 Belegexemplare von mehr als 5,000 Arten sowie ein 18 m langes Walskelett[4].
Forschung und Stellung
Der Auftrag des Instituts umfasst Grundlagenforschung, Bestandsaufnahmen, Technologieentwicklung und die Ausbildung von Doktoranden in der Ozeanographie und verwandten Fächern[1]. Es betreibt zwei Labore, die auf Akademieebene als Schlüsseleinrichtungen ausgewiesen sind, eines für Meeresbiologie und Meeresdynamik und eines für Lebensmittelsicherheit und Umwelt in der Zentralregion[2].
Zu seinem hundertjährigen Bestehen am 14. September 2022 wurde dem Institut der Arbeitsorden Erster Klasse verliehen; an der Feier nahmen ein stellvertretender Ministerpräsident, der Präsident der Akademie und der Parteisekretär der Provinz teil[2]. Der Bericht der Akademie über die Veranstaltung verzeichnet zu jenem Zeitpunkt 123 Beschäftigte, darunter zwei Professoren, zwei außerordentliche Professoren, 19 Promovierte und 40 Inhaber eines Masterabschlusses[2], gegenüber den 154 Beschäftigten, die die Website des Instituts 2026 angibt[1].
Fragen und Antworten
Wann wurde das Institut für Ozeanographie gegründet?
Wie umfangreich ist die Belegsammlung?
Quellen
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Siehe auch
- Nha TrangEhemalige Stadt
- Alexandre YersinPerson
- Hon MunInsel
- Bucht von Nha TrangBucht
- Fluss Cai (Nha Trang)Fluss
- Hon MieuInsel